BiKom-biologische Kommunikationspsychologie - Wie wirkt Kommunikation - RS Akademie

 

BiKom - biologische Kommunikations-Psychologie

5.0 Wie wirkt
Kommunikation?

Kommunikation ist eine direkte Auswirkung unserer Biologie!

 

Aufgrund unserer Konditionierungen lösen bestimmte Worte, Gesten oder das Verhalten anderer einen Prozess in uns aus (Wechselwirkung), der sowohl vorteilhaft sein kann, uns also erfreuen kann (AM Akzeptanzmodus), als auch unvorteilhaft sein kann, uns also in den biologischen Abwehrmodus (BA) bringt.

 

 

Kommunikation im Akzeptanzmodus (AM).

Die meisten Menschen z.B. erfreut es zu flirten, unsere inneren Hormone werden zu einem für uns angenehmen Cocktail zusammengestellt, und wir genießen diese Zeit.

 

Wird aus dem Flirt noch mehr, wird der Hormoncocktail immer intensiver, bis hin zur rosaroten Brille, bei verliebten Menschen. Diese Gefühle und dazu passenden Hormone sind die laufende innere Kommunikation zwischen Körper, Gehirn und Geist.

 

Aufgrund der Gefühle wissen wir somit, was los ist. Wir sind im Akzeptanzmodus (AM).

 

Kommunikation im biologischen Abwehrmodus (BA).

Sobald jedoch die Geschehnisse von uns als unvorteilhaft interpretiert werden, beginnt sich die hormonelle Zusammensetzung in unserem Blut zu verändern. Der bekannteste Vertreter der Hormone in diesem Zustand ist das Adrenalin, gefolgt von Kortisol.

 

In diesem unvorteilhaften Zustand hat die Kommunikation die stärkste Wirkung auf uns, weil wir mit zunehmender Bedrohung die Kontrolle immer weiter an den biologischen Abwehrmodus (BA) verlieren.

 

Der biologische Abwehrmodus (BA) verhindert immer mehr, dass wir noch klar denken können, und irgendwann im Lauf einer Auseinandersetzung wollen wir nur noch flüchten oder uns in Luft auflösen oder würden am liebsten zuschlagen. In solch einem Zustand gefangen ist kein normales Kommunizieren mehr möglich.

 

Diese hormonelle Wirkung, die wir über unsere Gefühle verspüren, ist ein laufender Prozess in uns. Ohne diese ständigen biologischen Regulationen wären wir auch nicht überlebensfähig – egal, was wir im Leben tun: ob arbeiten, laufen, gehen, schlafen oder kommunizieren.

 

Bezogen auf die Wirkung der Kommunikation wollen wir vereinfacht feststellen, dass wir, während wir kommunizieren, den einen oder anderen Zustand einnehmen, wir fühlen uns wohl oder unwohl! Wir reagieren also innerlich laufend mit einer dieser beiden Beurteilungen.

 

Auch während eines Gespräches kann das hin und her schwanken. Dementsprechend werden in uns die hormonellen Reaktionen und passenden Gefühle erzeugt.

 

Das ist eine direkte Auswirkung unserer Biologie, derer wir uns oft nicht bewusst sind.

 

Denn leider nehmen wir das nur ungenau und manche gar nicht wahr, weil wir zu sehr auf das agieren und reagieren, was uns im Gespräch beschäftigt. Weil wir zu oft zu unruhig im Gespräch sind oder so sehr damit beschäftigt sind, das, was wir sagen wollen, unbedingt loszuwerden, als dass wir die Ruhe hätten, auf uns selbst zu achten.

 

Wir haben nicht wirklich gelernt nur in Ruhe zuzuhören, sondern zuzuhören um zu Antworten. Am besten noch uns schnell zu verteidigen.

 

Es ist dadurch insgesamt mehr ein automatisch ablaufender Prozess, als ein kontrolliertes bewusstes Agieren.

 

Automatik bedeutet wiederum: unterbewusst biologisch gesteuert und geleitet und somit weniger bewusst und überlegt gesteuert.

 

Selbstverständlich gibt es auch Menschen, die nicht sofort vollautomatisch reagieren.

Einigen wenigen Menschen, die diese innere Ruhe haben und entsprechend denken, bevor sie reden oder handeln, gelingt es, sich im Griff zu haben und souverän zu bleiben.

 

Diese wenigen Menschen verspüren zwar auch die inneren biologischen Regungen, aber sie haben diese inneren Reaktionen gut im Griff.

 

Auf diese Menschen hat ein ungutes Gespräch, entsprechend ihrer Konditionierungen, dieselbe biologische Wirkung wie bei jedem anderen Menschen auch. Auch diese Menschen können sich oft der biologischen Wirkung nicht entziehen, auch diese Menschen fühlen sich wohl oder unwohl während des Gesprächs.

 

Der Unterschied ist allerdings, dass sie diese Vorkonditionierung, also die inneren Erstbeurteilungen und Reaktionen ihres Unterbewusstseins unter Kontrolle haben, damit diese unterbewussten VOR-Entscheidungen nicht sofort in äußerliche Reaktionen umgesetzt werden. Diese Menschen kennen und beherrschen ihre Break-Points.

 

Der Körper reagiert auch bei diesen Menschen sofort – das ist auch die Aufgabe der Biologie: schnell zu sein, für die Überlebenssicherung. Somit ist die Körpersprache kaum zu bremsen, sie ist immer eine ehrliche Sofortreaktion unseres Körpers, aber die weitere Reaktion nach außen ist von souveränen Menschen bedachter und kontrollierter.

 

Diese Selbstbeherrschung, so oft wie nötig in wichtigen Sachen besonnen und kontrolliert zu reagieren, ist nötig, damit wir einander nicht mehr verletzen, und sie ist auch das Ziel bei der angriffsfreien Kommunikation (AfK). Damit wir eine entsprechende wohlwollenden und angriffsfreie Kommunikation in unserer Kommunikationskultur etablieren.

 

Somit wirkt jede Art von Interaktion mit anderen Menschen auf uns entweder positiv oder negativ. Es ist ein Wechselspiel zwischen allen Beteiligten, und, je nachdem, wie wir die Botschaft des Gegenübers interpretieren, dementsprechend ist die Wirkung auf uns.

 

Denn jede Art von zwischenmenschlicher Interaktion hat eine Wirkung auf uns. Wir können uns dieser Wirkung kaum entziehen. Nur, welche Art von Folgereaktionen wir einleiten, darauf haben wir einen gravierenden Einfluss.

 

Kommuniziere also ab heute bitte nur noch souverän, besonnen und angriffsfrei.

 


Inhalt BiKom:

1.0 Einleitung

2.0 Unsere Biologie hat die Kontrolle

3.0 Der biologische Abwehrmodus (BA)

4.0 Die Wirkung des biologischen Abwehrmodus (BA)

5.0 Wie wirkt Kommunikation?

6.0 Angriffsfrei kommunizieren!